… das fragen sich wohl viele geplagte Eltern. Wo man hinschaut, stehen und liegen Dinge rum, die überall sein könnten, doch nur nicht verstreut auf dem ganzen Boden! Von Zeit zu Zeit gelingt es der Prinzessin ja auch, Ordnung in ihrem kleinen Königreich zu schaffen. Aber das kommt leider nur höchst selten vor und es ist auch ein Zustand, der nicht von allzu langer Dauer ist.
Unordnung gehört zum Alltag, und nur wenn es so aussieht, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte, scheint sich die Bewohnerin dieses Zimmers wohl zu fühlen. Kleider (in mehrfacher Ausführung, da nicht nur jene der Bewohnerin sondern auch von ihren unzähligen Puppen und anderen bekleideten Freunden), Finken, Puppenzubehör (Schoppen, Nuggis, Wagen, Badewanne, Bettli), Taschen, Kochgeschirr und was sonst nicht eingeschlossen werden kann liegen herum. Zu ganz schlimmen Zeiten muss man sich Lücken suchen zwischen den Gegenständen, um von der Zimmertüre ans Fenster zu gelangen. Ein akrobatisches Abenteuer stellt dann der verzweifelte Versuch dar, mit dem Staubsauger sauber zu machen, ohne dass man das Chaos noch schlimmer macht oder kleinste Gegenstände einsaugt. Nicht, weil ich den Verlust dieser Dinge wirklich bemerken würde, doch wenn die Eigentümerin dies merkt, so bekomme ich den Verlust dann eben doch zu spüren – wenn auch auf andere Weise.
Weshalb scheint mich die Unordnung mehr zu stören als sie selbst? Sie muss doch in diesem Chaos schlafen (dass sie keine Alpträume davon kriegt ist schon ein kleines Wunder) und im Grunde genommen liegen ihr diese Dinge wirklich am Herzen – möchte sie sie dann nicht auch lieber gut versorgt wissen??? Es gehört für sie wohl einfach dazu. Vielleicht macht es ihr ja sogar Spass, von einer Insel zur nächsten zu springen – so absolviert sie gleich schon ihr eigenes Fitnessprogramm. Vielleicht will sie auch nur nicht zu viel Zeit mit Aufräumen vergeuden. Ausserdem begründet sie das Herumliegenlassen oft damit, dass sie den einen oder andern Gegenstand noch braucht und ihn deshalb in Reichweite haben möchte. Und erstaunlicherweise weiss sie oft ganz genau, dass der rosa Schoppen unter dem Kleiderberg gleich neben der Kommode liegt…
Doch zum Glück findet das ungeduldige Kind hin und wieder selber nichts mehr in diesem Chaos. Da ich dann auch keine Lust habe, Sherlock Holmes oder ihr Spürhund zu sein, bleibt ihr nichts anderes übrig, als aufzuräumen. Vielleicht sollte ich mal mitwüten, so dass sie ihr Gedächtnis im Stich zu lassen scheint und sie wirklich keinen anderen Ausweg mehr hat, als jenen, der auch mir ganz gut gefällt.
Am 16. Januar 2007 um 14:11 Uhr
[...] Unsere fleissige Biene wedelte vor kurzem sogar mit dem Staubsauger durch die Wohnung. Sie kam dabei ganz schön ins Schwitzen, da wir ein doch eher schweres Exemplar haben. Ich musste mich auch zusammennehmen, ihr das Ding nicht wieder wegzunehmen weil sie noch nicht so gründlich war. So müssen wir eben öfters saugen, dafür haben wir unsern Spass dabei Dass sie ihr Zimmer saugen darf, ist für sie übrigens ein Grund, es zuvor auch aufzuräumen. Auf diese Weise sind wir am Ende doch alle glücklich. [...]
Am 7. Februar 2007 um 12:49 Uhr
[...] Vorhin habe ich unsere Tochter nochmals darauf angesprochen, was wir mit diesem Plastikbehälter tun sollen. Verschenken darf ich dieses Ding nicht, und wie ich schon vermutet habe, wäre es ihr am liebsten, wenn ich es ihr überlassen würde. Und darin liegt nun die Lösung des Problemchens: Ich brauch mir nun nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, was ich damit tun soll. Das kann jetzt jemand anderes tun. Wenn sie mir einen brauchbaren Vorschlag macht, was sie da reintun will und ich auch das Gefühl kriege, dass tatsächlich Ordnung geschafft wird, darf sie das Ding haben. So haben alle etwas davon… [...]