Bye Bye Schnüerlischrift?

In der aktuellen Ausgabe des Migros Magazins gibt es einen Artikel über die neue Basisschrift, die heute in den Schulen gelernt wird. Obwohl die Schnüerlischrift für mich seit der Oberstufe kein Thema mehr ist, musste ich daran erinnert doch etwas schmunzeln.

Auch ich musste diese Schnüerliscchrift damals in der zweiten Klasse lernen. Dies, obwohl sie mir schon damals zu schnörkelig war. Zum Schnellschreiben ist sie wirklich nicht geeignet, die Verbindungen der Buchstaben oder die aufwendige Art einiger Buchstaben wirken wirklich hemmend auf den Schreibfluss. Und als schön wird sie heute wohl auch nicht mehr betrachtet, zu sehr haftet doch das Image der Primarschulschrift an ihr. Nichts anderes war sie für mich, denn seit meinem ersten Tag in der Sekundarschule habe ich nicht mehr so geschrieben. Doch schon in der Primarschule fand ich es spannend, dass aus einer einheitlichen Schrift so viele Variationen in der Klasse entstanden ware. So schrieben die einen schmaler und hochgeschlossen, andere gingen eher in die Breite und brauchten bei Diktaten oft doppelt so viel Platz wie die Schmalschreiber.

Aus Melancholie und auch um zu wissen, ob ich es überhaupt noch kann, hier eine kleine Schreibprobe:

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4 Reaktionen zu “Bye Bye Schnüerlischrift?”

  1. Sears

    Tja, was bringen wir unseren Schülern in Zukunft wohl noch bei? Am besten Tastaturschreiben ab der 1. Klasse…. ;-) Dann fällt auch das mit der lästigen Motorik weg.

  2. Erika

    Ich finde es sehr schade, wenn die Schnüerlischrift abgeschafft wird. Es werden heute sowieso viele der Fertigkeiten, die Selbstdisziplin und Konzentration, Feinmotorik und Koordination der verschiedenen Sinne verlangen, nicht mehr beigebracht. Im weiteren verliert man meines Erachtens die Kreativität, ist das Schönschreiben doch auch eine Ausdrucksweise, die viel über den Charakter aussagen kann. Es genügt vollkommen, in den oberen Klassen eine bestimmte Freiheit im Schriftbild zuzulassen, jedoch eine gemeinsame Schönschrift ist wie eine gemeinsame Sprache, die vermittelt wird. Das sieht man auch in den verschiedenen Schriftbildern (Schnürlischrift), die teilweise zeigen, woher man abstammt.

  3. dLay

    Ich denke aber nicht, dass es die Schnüerlischrift ist, die den Charakter des Schreibers zum Ausdruck bringt. Die Schnüerlischrift kommt mir zu erzwungen vor – im Gegensatz zur “normalen” Schrift. Man kann ja auch ohne Schnüerlischrift schön schreiben – aber dann ist es eben individueller und erst so entsteht ein Schriftbild, das Auskunft über den Charakter geben kann.

  4. online-hygiene.ch » Blog Archiv » Mittelalterliche Sauklaue

    [...] Ich habe vor kurzem der Schnüerlischrift die Schuld gegeben, dass viele Schüler eine Sauklaue haben. Ich nehme alle Anschuldigungen zurück, die Schüler schreiben wunderschön und leserlich… im Vergleich mit dem, was mich an der Prüfung erwarten wird: Die Transkription einer mittelalterlichen Handschrift. Die Uni Zürich stellt da ein Programm zur Verfügung, damit man das Transkribieren etwas üben kann. Das Programm ist öffentlich zugänglich, wer also eine neue Herausforderung sucht, wird hier bestimmt fündig… [...]

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