Ich bin doch immer wieder überrascht, auf welche Art und Weise Blogs publiziert werden. Da kommt in mir das Gefühl hoch, dass sich viele damit selbst ein Armutszeugnis ausstellen.
Das Blog kann zwar einigermassen anonym erstellt werden, dennoch machen sich die Leser wohl auch Gedanken darüber, wer dahinter steckt. So wird einem beim Beispiel des Tapferen Schleicherleins rasch klar, wie seine politischen Ansichten aussehen. Und doch bleibt auch einiges verborgen – zum Beispiel dass der Blogger, der sich selbst mit einer nassen Ratte vergleicht, Student ist und somit sprachlich bestimmt einiges auf dem Kasten hat. Wenn man nun beides kennt, den Hintergrund aber auch das Blog, entstehen Diskrepanzen, denn plötzlich passt das Bild, das man von jemandem hat, nicht mehr zusammen.
Das persönliche Blog scheint mir wie eine Visitenkarte des Bloggers zu sein. Man erfährt wirklich viel zwischen den Zeilen. Allein die Wortwahl eines Schreibers sagt viel aus über jemanden. Dazu kommen noch die Themen oder die Fertigkeiten mit der Technik und der Sprache. Somit wundert es mich doch, dass viele Blogger nicht auf eine gepflegte Sprache achten. Okay, im Freundeskreis wirkt es vielleicht cool, offen über “rumbumsen” zu sprechen – doch bleiben die Beiträge ja nicht nur in diesem engen Kreis. Einige Blogs wollen vielleicht polarisieren, wollen, dass man darüber spricht – doch dann sollte doch wohl über die Ansichten des Schreibers diskutiert werden, und nicht etwa über die fehler- und frevelhafte Sprache!