Wie auch schon andere vor mir festgestellt haben, braucht es viel Ehrgeiz oder auch Selbstüberschätzung, ehe man sein eigenes Blog hat. Doch das ist erst der Beginn einer neuen Leidenschaft.
Anfangs wesentlich wählerischer bei der Themenwahl, wird die Lust am Schreiben mit der Zeit schon beinahe manisch. Jeder Beitrag ist eine weitere Bestätigung des Egos: “Wow – ich kanns!”. Man beschäftigt sich intensiv mit Leserzahlen und anderen Daten aus der Statistik. Was interessiert die Leser? Welche Stichworte ziehen die Leser förmlich an, was sind typische Eyecatcher? Wieviel Zeit verbringt der Leser auf unserem Blog? Gibt es wiederkehrende Leser? Begierig wird jedes noch so kleinste Feedback durch die Leserschaft verfolgt. Man ist süchtig – süchtig nach Anerkennung. Hierbei scheint kein Blogger wählerisch zu sein. Dass man bemerkt wird, ist am Anfang schon in höchstem Masse erfreulich. Auch Kritik befriedigt den Wunsch nach Aufmerksamkeit. Man stellt sich zur Schau – und wird gesehen. Mehr scheint der ehrgeizige Blogger nicht zu erwarten. Die Hauptsache ist, dass nicht alles nur für die Katz ist.
So geht es auch mir. Das Bloggen ist fester Bestandteil meiner Lebens geworden. Der Wille, sich ein hohes Ziel zu setzen und dieses dann zu übertreffen, wird aber noch weiter gesteigert. Mit dem Lesen von anderen Blogs wächst die Eitelkeit ins Unermessliche. Man sieht Gutes, so zum Beispiel Yoda’s Blog. Seine Beiträge sind spannend zu lesen und interessiert bemerke ich, dass es “relativ neu” ist. Angetrieben von seinem eigenen Ehrgeiz hat er es so weit gebracht. Sein Blog ist beliebt, es hat täglich hunderte von Lesern. Der Autor selbst ist ein vielseitig interessierter Mensch – und dies zeigt sich auch in seinen Texten. Das für den Leser wohl interessante ist, dass auch hier nur ein Mensch dahinter steckt. Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere voyeuristisch veranlage Gesellschaft genau solche Einblicke braucht. Einblicke in private Meinungen anderer Menschen. Zwar wurde auch schon Kafka’s Protagonisten gesagt, dass keine fremde Meinungen übernommen werden sollen – doch für die eigene Meinungsbildung sind sie eben doch ungeheuer wichtig.