Kannitverstaan

“Schebösuädäwär.” Wie bitte?, frage ich meinen Liebsten. Habe ich richtig gehört? Ich habe so meine Zweifel, denn was ich glaube gehört zu haben entspricht nicht dem, was ich sonst zu hören kriege.

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein definierte den Wert eines Wortes oder einer Aussage schliesslich damit, was es eben nicht ist. Ein Stuhl ist also eindeutig ein Stuhl, weil er eben Nicht-Tisch, Nicht-Haus, Nicht-Teppich und so weiter ist. Demnach kann die Bedeutung eines Wortes oder einer Aussage erst dann erschlossen werden, wenn auch die konkrete Situation bekannt ist. Stimmen das Gesagte und das Umfeld nicht mehr überein, wird das Verständnis erschwert wenn nicht sogar verunmöglicht.

Das Gesagte klingt fremdsprachig. Es klingt nach französisch. Doch das kann nicht sein, mein Liebster hat noch nie etwas freiwillig auf Französisch gesagt. Es kommt zu einem Verständnisproblem, denn das Gesagte oder vermeintlich Gehörte und die konkrete Situation passen nicht zusammen. Doch die Situation verändert sich auch schon im gleichen Moment. Mein Schatz greift nach einem Glas, ich lasse mich überzeugen, dass er doch seine verhasste Sprache gewählt hat und siehe da – schon kann ich ihn verstehen!

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