Sozialer Zerfall schon vor der Sucht

Michael vom software guide blog und auch Yoda haben dieses Thema aufgegriffen, und ich will mich nun ebenfalls dazu äussern, weil ich die Schwarz-Weiss-Sicht des “Opfers” doch sehr als störend und blauäugig empfinde. Es geht hier um einen jungen Mann mit einer tadellosen Vorgeschichte, der aufgrund eines Games aber selbst von seinem sozialen Zerfall schildert.

Wenn man diesen Text nun liest, könnte man natürlich meinen, es handle sich um einen Bekenntnisbericht eines Süchtigen, der die Nachwelt vor dem grössten Fehler eines Menschen bewahren will. Ich bin da aber sehr skeptisch, wie andere vor mir wohl auch. Denn egal, wie schön er seine Welt vor der Gamesucht auch beschreibt, und obwohl ich weiss, dass in jedem von uns ein Süchtiger steckt, so bin ich mir doch sicher, dass niemand sozial so zerfallen kann wie im beschriebenen Fall, wenn das Umfeld tatsächlich so perfekt ist. Im Gegenteil, ich denke, eine gewisse Schwäche oder Unzufriedenheit muss vorhanden sein, damit man sich wirklich so in etwas stürzen kann, dass sich der ganze Charakter verändert.

So schreibt dieser Andi wohl nicht grundlos davon, dass er etwas Abwechslung in seinen “öden Alltag” bringen will. Für mich ist darin eine Unzufriedenheit zu erkennen, und aus dieser Unzufriedenheit heraus will sich der “Betroffene” eben eine Abwechslung verschaffen. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass er eben genug von diesem ach so perfekten Leben hatte. Wie auch immer, das Problem war schon zuvor vorhanden. Auch wenn die Rede von fehlenden Differenzen mit der Freundin ist, läuten bei mir sämtliche Alarmglocken! Bei Harmonie pur kann für mich etwas nicht stimmen, denn Differenzen und anschliessende Versöhnungsakte gehören für mich in eine Beziehung. Unstimmigkeiten müssen doch aus der Welt geschafft und nicht in einfach in sich hinein gefressen werden. Auch hier also wieder ein Zeichen von Unzufriedenheit.

Ein weiterer Ansatz, seine ach so heile Welt zu hinterfragen, ist die Tatsache, dass er offenbar mir 22 Jahren noch immer daheim wohnt. Das Muttersöhnchen eben, dass den Idealen der Eltern entspricht. Unzufriedenheit, so finde ich, ist auch hier schon vorprogrammiert!

Ich habe echt Mühe, mit dieser Verteufelei! Für mich ist klar, dass die Sucht nicht Ursache aller Probleme ist. Die Probleme sind schon vorher da und die Sucht ist wohl ein Weg, damit umzugehen. Genau wie in einer Beziehung. Ein Seitensprung ist meiner Meinung nach nie das einzige Problem eines Paares. Was zu diesem Seitensprung geführt hat, muss aus der Welt geschafft werden. Und genau so ist es wohl mit der Sucht.

Nachtrag: Ich selbst habe World of Warcraft noch nie gespielt, ich trinke nicht und ich rauche nicht. Ich nehme also nichts in Schutz, verteufle aber auch nichts.. Meine einzige Sucht besteht in der Selbstsucht – und das ist eben menschlich ;-)

23 Reaktionen zu “Sozialer Zerfall schon vor der Sucht”

  1. rogerrabbit

    Ich blogge.

  2. paddy

    Guter Artikel.
    Mir gefällt es das du das ganze aus anderen Augen siehst und nicht gleich alle Online Spiele verteufelst.
    Aber ich glaube das Andys bericht nicht erfunden ist
    Ich spiele selbst (leider?) World of Warcraft seit ungefähr 1,5 Jahren. Es ist bei mir nicht so extrem wie bei Andys beschriebenem Fall. Aber anzeichen an mir selbst habe ich selbst gesehen. Nachdem ich mich selbst kritisch durchleuchtet habe, ob ich denn zu viel spiele… Als Antwort konnte ich mir ganz klar ein Ja geben. teilweise über 10 Stunden am Tag war definitiv viel zu viel! Und ich kenne etlich im Spiel deren Reales Leben buchstäblich den Bach runter geht deswegen.
    Ich will jetzt nicht von einem Tag auf den anderen aufhören. Es macht mir spaß aber ich werde es stark einschränken, um von der “beinahe sucht” auf die “kleines nebenhobby” zurückzukommen. Ich hab einige wirklich nette Menschen im Spiel kennen gelernt.
    Wie man so schön sagt “alles in maßen”
    Wenn ich an mir merken sollte das ich das nicht schaffen geh ich radikal vor, kündige den Account, lösche alle Charaktere und entsorge das Spiel. Ob es so weit kommen muss weiß ich nicht aber ich will mir mein Leben dadurch nicht kaputt machen.

    Gut auf deinen Aspekt das Probleme vor der Sucht bestehen möchte ich auch nochmal eingehen.
    Dem stimme ich zu. World of Warcraft allein macht einen nicht zum Sozialen Wrack. Aber es kann dazu beitragen weil es eine virtuelle Welt mit vielen aufgaben bietet, dazu noch der “soziale” Aspekt im Spiel das Spielergruppen sich selbst organisieren und sich selbst aufgaben zuteilen… das alles begünstigt eine Abkapselung der Realen welt im höchsten Maße. Ich hab es selbst an mir gemerkt. Ich bin froh das meine Familie und Freunde rechtzeitig verlauten ließen das es allmählich zu viel wird.
    Dann kam meine “Selbstdurchleuchtung” wenn ich es so nennen mag. Das erschreckende für mich ist das man es selbst erst sehr spät merkt. Wie bei einer Sucht typisch.
    Von daher würde ich als Schlussatz behaupten, das WoW Suchtpotential hat und das auf soziale sehr schlimme weise.

    lg,
    paddy

  3. paddy

    oh ich habe gerade gemerkt das es hier noch einen “Paddy” gibt. wir sind nicht dieselben, ich schreibe mich klein :)

  4. Sebulon

    Ich stimme Dir zu, der Autor des oben genannten Artikels hat sein Leben vor der Sucht als ein wenig zu perfekt geschildert als das es wirklich wahr sein könnte.

    Eben dieser Satzteil “öder Alltag” deckt das offenbare Missverhältnis auf und verhält sich auch nicht logisch zu seinen Schilderungen: Wer eine erstklassige Beziehung führt und viele Freunde hat, sowie liebende Eltern, dazu noch ein erfolgreicher Sportler und ein sehr guter Musiker ist, dazu auch ständig auf Partys geht, der hat keinen “öden” Alltag!

    Auch seine ständige Betohnung seines so erfolgreichen Lebens später in WoW (habe den höchsten Rang erreicht, den man erreichen kann als erster…) hört sich äußerst fragwürdig an.

    Es ist wohl doch eher so, dass er sich bei seinem perfekten realen Leben vor WoW was ins Hemd gelogen hat (solche Leute trifft man ja öfter, die erfundene Geschichten über ihr Leben erzählen, diese für wahr halten), irgend etwas muss schließlich an diesem Bild nicht stimmen sonst wäre er niemals Wow verfallen!

    Meiner geringen, persönlichen Erfahrung nach verfallen eher nur die Menschen WoW, die mit ihrem Leben eben im höchsten Maße NICHT zufrieden sind (besonders Arbeitslose und erfolglose Schüler und perspektivlose Studenten).

    Als ich selbst nicht erfolgreich war (als Schüler) spielte ich auch viel Computer, später überhaupt nicht mehr.
    Das Computerspielen war immer nur ein Ersatz für nicht erreichte, reale Erfolge, private, persönliche als auch schulische. Stellten diese sich ein, wurde das Computerspielen praktisch von einem auf den anderen Tag vollkommen obsolet!

    Von daher ist dieser Bericht mit Vorsicht zu genießen!

    Grüße,
    Sebulon

  5. Sami

    Sebulon scheint meiner meinung nach richtig zu liegen. Letztes Halb-Jahr war ich in der Schule durchschnittlich. Und ich habe am Tag höchstens wirklich wenig bis gar nicht gespielt. Jetzt, wo ich doch ein paar schlechte Noten bekam und der Druck wieder einsetzte kam auch wieder das Verlangen WoW zu spielen. – Ich habe in den letzten Schulaufgaben nicht perfekt abgeschnitten sagen wirs so. Ich bin 15 Jahre, und habe mich voll unter Kontrolle XD

  6. ümit

    wertloser blogeintrag von dir, was die spielsucht angeht…

    ausser die letzten beiden absätze (ca. 10 zeilen) ist alles total uninteressant und wo es dann um deine konkrete letzte meinung geht, sehr ich darin auch schon wieder keine logik… schreibst du hier nur, um irgendetwas zu schreiben, weil du das gefühl hast, dass du das als blogger musst?! nimm lieber wirklich konkreten bezug, schreibe inhaltlich und schreibe reflektierend… alles fehlt in deinem bericht…

    1. zweifelst du am bericht von andi? schreib es konkret! ich übrigens glaube nicht, dass andi in wirklichkeit existiert…

    2. glaubst du, dass probleme zur online-sucht führen? schreib es konkret und zweifel nicht an der heilen welt von anderen…

    3. du sagt, keiner hat eine heile welt, willst du damit sagen, dass jeder spielsucht gefährdet ist? wenn ja, worum geht es dann in deinem text überhaupt?!?!

    sorry, meine wortwahl ist etwas scharf, meine es nicht wirklich so, nennen es wir es mal konstruktive kritik, immerhin habe ich ja (subjektive) verbesserungsvorschläge gemacht…

    ;)

    viele grüsse aus china,
    ümit

  7. dLay

    hallo ümit, vielleicht solltest du zuerst den ganzen text lesen, bevor du fragen stellst, die selbsterklärend sind? und wenn du konkrete textstellen meinst, die du kritisieren willst oder die du nicht verstehst, zitiere doch bitte richtig und umschreibe nicht mit eigenen worten… aber vielleicht liegt es ja auch nicht an der qualität meines artikels, dass du nichts zu verstehen scheinst sondern an deiner ungenauen lesart?

  8. ümit

    richtig, es ist alles selbsterklärend und nur so dahergesagt, jeder buchstabe ist nur platziert, um den artikel “hinzubekommen”… genau das macht deinen text ja so wertlos…

    aber immerhin bist du nicht auf meine punkte eingegangen, zumindest nicht schriftlich. hoffe aber, dass du mal darüber nachgedacht hast, wäre zumindest hilfreich für deine “reflektion” und somit auch dein blog…

    wenn nicht, dann bist du leider nicht feedback-fähig, sorry…

  9. dLay

    Nein, ich betrachte mich als äusserst kritikfähig. Kritik muss aus meiner Sicht aber auch angemessen sein. Deine drei Punkte, die du aber anschneidest oder die du nicht ganz zu verstehen scheinst, lassen sich aber anhand meines Textes beantworten und es ist mir dann ehrlich gesagt zu unwichtig, für einen sich selbstverherrlichenden Meckerer alles nochmals durchzukauen… Die Antworten findest du im Blogbeitrag, und wenn nicht, dann liegts es wie gesagt nicht an der Qualität des Textes, sondern deiner Unfähigkeit, einen Text solcher Art zu verstehen.

    Kleiner Tipp am Rande: Du könntest an deiner eigenen Schreibqualität arbeiten, indem du beispielsweise nicht viele wertlose Blogs führst sondern dich vielleicht auf eines beschränkst… Oder willst du behaupten, dass deine Texte dort von hoher Qualität sind? Weiss du was? Ich vermute, du meckerst nur bei anderen, um auf dich aufmerksam zu machen. Deine uninteressant geschriebenen Reiseberichte ziehen wohl nicht so viele Leser an.

  10. yeahyeahyeah

    Selbst wenn es andi nicht gäbe, werden durch diesen Bericht die Folgen und KOnsequenzen für suchtähnlichen Konsum von WoW deutlich. Insofern spielt es für mich keine Rolle, ob andi existiert. Es gibt sicherlich auch WoW-Spieler die einem ähnlichen Verfall zuteil geworden sind.

  11. mmmhhh

    Wenn es ihn nicht gibt, existieren auch die von ihm beschriebenen Erfahrungen nicht. Damit ist es kein Tatsachenbericht mehr. Die Folgen und Konsequenzen wären damit, zumindest in diesem Fall, vollkommen erfunden und ohne Wert für eine angemessene Beurteilung des Themas.
    Ansonsten kann ich dir auch gerne etwas darüber erzählen, was ich am Südpol erlebt habe, obwohl ich noch nie da war…und im Übrigen gibt es mich eigentlich garnicht wirklich…;)

  12. Chris

    Dieses Thema ist wirklich ein sehr interessantes, und das sage ich aus dem Grund weil in meinem Freundeskreis viele WOW spielen.
    Ich weiss wie es aussieht wenn sich Menschen in ihre eigene Welt zurückziehen, ich weiss was es für konsequenzen hat wenn man sich gegenüber der “Realität” verschließt.
    Und bei jedem meiner Kollegen steht hundert Prozentig ein Problem im Vordergrund, welches den ausschlagenden Impuls gegeben hat um sich einer sogenannten “Sucht” hinzugeben. Es ist einfach die flucht in eine Welt die man versteht, die unkompliziert ist, wo klare Ziele verfolgt werden können. Im leben ist es schwierig Loorbeeren zu ernten, erfolge stellen sich meist erst nach Jahren ein. Und das ist der springende punkt – Es ist einfach leichter sich in Spielen zu entwickeln als im “wahren” Leben, es ist einfach einen Charakter mit hintergrund zu erstellen als an sich selber zu arbeiten. Die Mischung zwischen Anonymität und selbstverwirklichung ist wirklich sehr gefährlich, wobei ich sagen muss das ich kein Gegner des Online Gamings bin. Es ist nur traurig wenn man beobachten muss wie Menschen die man liebt immer weiter absacken in ihrem Leben, und das was wirklich liebenswert als oberflächlich und anstrengend abgetan wird. Worum geht es eigentlich im Leben ? Wenn diese Frage eindeutig beantwortet werden könnte, und wir alle den gleichen Horizont in unserem Leben genießen könnten, wäre die Frage nach eine Spiele-Sucht wohl überflüssig. Denn dann würde jeder verstehen das es um die kleinen Dinge geht, das rückschläge normal sind , das dass süße ohne das Bittere nicht so süß wär… MFG, Chris

  13. Marellius

    Allem voran einen Gruß an die Vor-Poster.

    Ich selbst habe 2 1/2 Jahre WoW gespielt und kann mich mit einigen von Andi genannten Aspekten identifizieren – zumindest konnte ich das in meiner Phase des exzessiven Spielens. Das Andi existiert diskutiere ich nicht – es ist ganz klar ein Fake. Zu viele Formulierungen weichen von denen eines WoW-Spielers ab (z.B. “Tempel erobern”).

    Ich bin zurzeit dabei, eine Facharbeit zu dem Thema WoW-Sucht zu erarbeiten und habe mir dafür auch ein Fachbuch besorgt. Es ist zwar von 1995, aber dort wird auch beschrieben, dass die soziale Isolation nicht das Erzeugnis des Spielens ist, sondern umgekehrt.

    Als ich mit dem Spiel begonnen habe, hatte ich keine Freundin, nicht allzu viele Freunde mit denen ich regelmäßig etwas gemacht habe, aber ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und war gut in der Schule. Ich hatte keine Probleme in meinem Leben – es lief. Es war keine Perfekte Welt, wie die von Andi, aber ich war damit zufrieden.
    Ein Kumpel hatte mich auf WoW gebracht und ich begann ebenfalls das Spielen, wenn auch nicht mit ihm, da eine Grenze zwischen den beiden Hauptfraktionen (Horde und Allianz) ein gemeinsames Spiel nicht zuließen, sofern sich zwei Leute für die entsprechend kontrastierende entschieden haben. Ich spielte ebenfalls mehr und mehr und letztendlich auch 8 Stunden täglich – am Wochenende auch mal 10-14.
    Nach einiger vergangener Zeit legte sich mein Interesse und ich legte eine Pause von einigen Wochen ein. Später dann von zwei oder drei Monaten und mittlerweile pausiere ich seit 5 1/2 Monaten, habe aber vor, wieder zu spielen, wobei mich der Andi-Text etwas erschreckt.
    Ich habe in der Zeit des exzessiven Spielens teils Bekannte (nicht Freunde) vernachlässigt, mich mit meinem Vater täglich gestritten, aber die Schule nicht schleifen lassen. Sie viel mir relativ einfach. Die jetzige Pause ist größtenteils aus schulischen Problemen entstanden, da ich einfach die Extrazeit brauchte, um klarzukommen.

    In meinem Fall kann man also sehen, dass es nicht zwangsläufig so laufen muss, wie bei Andi. Sicher, ich hatte mich nicht immer unter Kontrolle und ich konnte auch in meinen Pausen phasenweise nur ans Spielen denken und die Aussicht, dass ich mit dem Spielen wieder beginnen möchte, ist sicherlich nicht die beste, aber immerhin.

    Ja, ich stufe mich als süchtig ein. Nein, ich habe mich sicherlich nicht immer unter Kontrolle, aber ich befinde mich seit der ersten Pause von WoW in einem Prozess, in dem ich lerne, mich von dem Spiel abzuwenden. Die Auszeiten werden immer größer und ich habe nicht mehr vor, allzu lange vor dem Computer zu sitzen – auch wenn ich es dennoch tue. Ich möchte noch viele Bücher lesen – mein Regal bietet noch viele ungelesene Exemplare – und ich habe nicht vor, mein RL für WoW zu opfern – nicht noch einmal.

    Allerdings hat das Spiel nicht nur negative Aspekte um das noch einmal deutlich zu machen. Nachdem ich 1-1,5 Jahre auf deutsch gespielt habe, tu ich dieses auf englisch und es hat mir in der Schule einen guten Dienst erwiesen: Vokabular, Sprachstil und das Gefühl für die Sprache haben sich verbessert. Ich habe vor, demnächst mit meinem Bruder auf einem spanischen Server zu beginnen. “Spielend lernen”, aber natürlich geht es mir nicht nur darum. Das Spiel ist einfach genial – es bietet viele Möglichkeiten sich selbst zu entfalten und mittelalter-interessiert war ich schon von klein auf.
    Abgesehen von dem sprachlichen Aspekt, den kaum einer gerecht wird – alle anderen, die ich kenne, spielen auf deutsch und würden niemals wechseln – hat das Spiel noch andere Lernzwecke. So passiert es nicht selten, dass man auch inGame über RL-Sachen plaudert, oder dass man durch das Lesen von Questtexten ein besseres Verständnis für die reale Geschichte bekommt (durch alte Begriffe oder ähnliche Strukturen etc.).
    Auch das Rollenspiel (RP) bietet gute Lernmöglichkeiten, da man dadurch ein besseres Verständnis für andere bekommt. Man lernt, seine Rolle zu spielen und bringt immer mehr über sich selbst (inGame) in Erfahrung.
    Problem hierbei ist allerdings das Hinüberwandern in die virtuelle Welt. Je mehr man diesem RP folgt, je mehr man eins mit dem gespielten Charakter wird, desto mehr hat man den Trieb, diesem Lebensstrang zu folgen und desto unattraktiver wird das RL. Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn man sich nicht mit dem gespielten Charakter identifiziert. Man sollte immer eine gewisse Distanz waren und den Charakter als eine Figur ansehen – nicht als das virtuelle Ich.

    Hatte gar nicht vor, so viel zu schreiben, aber soviel erst mal von mir. Hoffe, dass es Leute gibt, die mit diesem Post etwas anfangen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    “Marellius”, Abiturient

  14. Avis

    Hallo zusammen,

    Vorneweg gesagt: Ich bin WOW-Ler. Ich spiele seit 1 Jahr und 4 Monaten, habe nen 80er, 3 über 70er^^ und mehrere Twinks.
    Unsere lieber Andy hat gemeint, er wäre nie wirklich Spiele interessiert gewesen und ist trotzdem total abhängig geworden.
    Anders is es bei mir, ich habe schon immer gerne und viel gespielt, d.h. ich bin mit ziemlicher Sicherheit absolut Suchtgefährdet gewesen bevor ich mit WOW anfing. Da ich mir dessen bewußt war und ich die Gefahr die durch das “beste Spiel der Welt” ausgeht gekannt habe, bin ich auch mir einer extremen Vorsicht eingestiegen. Und zwar gleichzeitig mit einem Kumpel, den ich nach 3-4 Tagen um ca 10 Level überholt hatte. Bis zum Juni hatte ich 2 70er ( 1er davon komplett EPISCH T4-T5), mehrere Twinks mind. über Lev30. Für die Leute die WOW nicht spielen, das is schon eine Leistung die viel Spielzeit in Anspruch nimmt.

    Mir ging es ähnlich wie Andy, die Symthome sind bei mir die gleichen gewesen, nur noch an WOW denken, den Tag so planen das man möglichst lange spielen kann. Stolz wenn man was cooles looten kann, usw….

    Warum man spielesüchtig wird…naja ich denke das hat nix damit zu tun ob man zufrieden mit sich und der Welt ist oder nich. Ich denke das is einfach Veranlagung. Die einen fahren drauf ab, die andern eben nich. Das WOW extrem gefährlich is steht ausser Frage. Man kann in diesem Spiel nur was erreichen wenn man regelmäßig spielt. Es gibt bestimmte Aufgaben im Spiel, die können nur mit 25 oder 40 Leuten gemeistert werden. Wenn man da nich am Ball ist und die andern in der Gruppe sich nicht auf einen verlassen können, dann wird man ersetzt. Man braucht Sachen wir Buff-food oder speziell Tränke / Elixire die man nur durch Berufe herstellen kann oder kaufen kann. das muss alles vorbereitet sein bevor es losgeht. Wenn man da nicht mitmacht, braucht man nich spielen, weil jeder ja Erfolge in-game haben will….

    Einen Lernprozess hab ich im Spiel jz nich feststellen können….klar man kann sein englisch vlt verbessern wenn man auf einem entsprechendem Realm (Server) spielt. Wobei dieses ganze getippe im Chat in-game ja eher so kurz wie möglich gehalten wird, viele Abkürzungen benutzt werden und die Grammatik nicht unbedingt im Vordergrund steht….aber ich hab nie auf nem Rollenspielserver gespielt, ebenso wenig irgentwelche Q-Texte gelesen. Das soll jz keine richtige Kritik sein, nur kann ich mich mit deiner Erfahrung nicht identifizieren.

    Ich hab jedenfals ein halbes Jahr extrem viel gespielt, bin dann wieder auf den richtigen Weg gekommen und hab mittlerweile 2 Pausen von je 1 Monat hinter mir. Nach den Pausen hab ich nur wenig gespielt und mich ganz dem PVP gewidmet, weil das der einzige Weg ist, unabhängig zu spielen, mit Ausnahme von Arena, die man einmal die Woche mit seinen 1-4 Partner spielen muss um Punkte zu bekommen. Aber das kann ich verkraften, das is mit nem RL-Friend Arena 2on2 spiele und wir den Termin zusammen bei nem Bier abmachen.

    Heute, also genau jetzt, ist meine 3. 6 wöchige Pause zuende. Eigentlich wart ich nur darauf das mein Kumpel on kommt, dann starten wir auf Arthas ganz neu^^ Und um die Wartezeit zu verkürzen hab ich WOW-Guide gegoogelt und bin auf diesen Blog gestoßen…obwohl ich mir bewußt bin wie viele WOW-Ler süchting sind, ist es dennoch immer wieder sehr erschreckend dies zu lesen. Ich bin drüber hinweg und spiele nur noch zum Spaß aber ich werde das schreckliche halbe Jahr nie vergessen…und ich bin nur ein kleines Licht. In meiner alten Gilde sind Beziehungen und Existenzen kaputt gegangen…

    Ob es Andy nun gibt oder nicht, es lassen sich soviele ähnliche Tatsachenberichte im Internet finden, die genau das gleiche schildern…abgesehn davon, hat er ja Realm und seinen Namen dazugeschrieben, kuckt doch nach^^
    Auf YouTube lassen sich übrigens auch viele WOW-Opfer-Berichte finden…

    Viele Grüße IMBA-PALA

  15. Nightwisper068

    Hallo Ihr

    Nachdem ich Eure echt interessanten Berichte gelesen habe, möchte ich auch meine Meinung darlegen.
    Zuerst mein Alter, ich bin 42 Jahre alt und Vater von 2 Kindern, lebe sehr glücklich mit meiner Frau.
    Seit dem ersten Tag spiele ich WoW und ich muß sagen, dass dieses Spiel nicht umsonst so viele unterschiedliche Menschen in seinen Bann zieht. Da ist große Psychologie am Werk. Das Belohnungssytem und der leichte Einstieg ist derart perfekt, dass es einfach nur Spaß macht.
    Natürlich gibt es wie immer die Zocker aber Sie sind nicht das Maß der Dinge. Im Gegenteil, Blizzard hat sich immer mehr den Solospielern zugewand, damit auch diese Gruppe dieses Spiel benutzt. Man kann auch ohne Mitspieler täglich 8 Stunden da verbringen und merkt es gar nicht. Und da ist der Knackpunkt, die Zeit verfliegt in WoW sehr schnell und man wundert sich wo die Zeit geblieben ist.
    Ich persönlich sehe die größte Gefahr in der fehlenden Pausentaste, wie in jedem Online Spiel. Denn dadurch bin ich gebunden im Kampf und reagiere anders, wenn z.B. meine Frau etwas möchte. Ganz schlimm wird es dann wenn man mit Head Set arbeitet. Mag sein das es die WoW Spieler nicht verstehen können aber Headset ist bei mir tabu. Desweiteren sind familiäre Aktionen wie zusammen essen Gesetz. Man muß sich halt Grenzen setzen in diesem Spiel. Ganz und gar Alles in WoW zu erleben ist in meinen Augen nur möglich, wenn man nichts anderes tut. Und ja PvP ist da eine Teil des Spieles wo man nicht so “festhängt”. Denn ich will sofort weg vom Computer können, wenn meine Kinder oder meine Frau mich brauchen.
    Zum Schluß noch ein Tipp, die nicht spielende Partnerin muß mit einbezogen werden. Nicht im Spiel nein, sondern mit einem Gefühl das Sie die Nummer 1 ist und bleibt.
    Im Übrigen spiele ich nicht um Probleme zu bewältigen sondern weil es mir einfach Spaß macht.

  16. Ajoja

    also ich spiele zwar nicht WoW, sondern Xhodon und ich spiele zu viel. Stelle fest, dass auch ich süchtig bin. Jedoch (noch?) ohne die soziale Verarmung und die Schwierigkeiten im realen Leben. Ich spiele allerdings “erst” 9 Monate.
    Und ich kann schwören, dass ich keine Probleme hatte, sondern nur n bisschen zuviel Zeit. Dachte, das ist mal was Interessantes, ich steh eh auf Fantasy…
    Man braucht nicht Probleme haben, um süchtig zu werden, das sehe ich jetzt an mir. Auch ist bei mir eine zunehmende Isolation ganz klar und eindeutig das RESLUTAT des Spieles (und nicht die URSACHE). Ich war vorher nicht isoliert.
    Ich kann Andy’s Beitrag voll nachvollziehen. Leider ist Tinitus (sein Spielername) ja schon seit 2007 Geschichte, von daher sicher nur schwer verifizierbar – ey die Jungs haben nen WELTREKORD gebrochen!! und jetzt schert sich keiner mehr dadrum und die sind längst vergessen, nach nur 4 Jahren!
    Jedenfalls: Süchtig werden kann jeder. Ohne dass man vorher Probleme hat oder es einem irgendwie schlecht geht! Das liegt an der Gehirnchemie der Säugetiere, an unserem sog. Belohnungszentrum und an der ganzen Neurobiologie, die damit zusammenhängt. Ich empfehle das Buch “Das Gift an Amors Pfeil” von Marnia Robinson, oder Bücher von Norman Doidge, der ein Experte auf dem Gebiet ist (“The Brain that changes itself”).
    Diese automatischen Mechanismen zu durchbrechen und das Gehirn zurückzuverändern, das ist ne sehr bewusste und schwierige Aufgabe, wenn es denn mal aus Versehen auf so ein Spiel (oder irgendwas anderes) geeicht wurde.
    Interessant finde ich, dass gerade der Faktor, Verantwortung zu haben für andere und sich für die WoW-Aufgaben der Gilde aufzuopfern, die Menschen im Spiel hält.

  17. Ajoja

    …noch mal ganz deutlich:
    KEIN sozialer Verfall schon vor der Sucht!

    Und gerade das Soziale hält einen im Spiel (gilt vor allem für die Gildenspieler).

  18. Miggymaus

    Hallo Leute

    Sucht hin Sucht her…………
    Kurz gesagt, um mich hat sich auch noch niemand Sorgen gemacht nur weil ich so viel Arbeite.
    Bin ich arbeitssüchtig? Wer schützt mich? Ist es nicht besser Arbeitslos zu sein?Viele verplämpern meiner Meinung nach viele viele Stunden in Kneipen , Discotheken, sinnlosen sozialen Treffen an öffentlichen Plätzen (rumhängen).
    Na also

    mfg

  19. derkiller

    sol ich jetz wow spielen ja oder nein werde ich süchtig wen ich nur 2-3 stundem am tag spiele??

  20. derkiller

    sry verschriben meinte stunden ^^

  21. Torkel

    Also wer hier schreibt, dass es einen solchen sozialen Verfall nicht gibt, der hat definitiv keine Ahnung…

    Ich lebe jetzt seit Juli letzten Jahres mit einem Mitbewohner in einer WG und sehe haargenau diesen Bericht im Realbezug in meiner Wohnung. Dies ist zudem in manchen Dingen noch wesentlich schlimmer und ausgeprägter. Und noch schwieriger ist es dagegen anzukämpfen. man kommt an diese Person nicht ran. Ganz im Gegenteil flüchtet sich die Person in Lügen.

    Wer sagt, dass jeder Mensch, auch süchtige, einen gewissen Selbstekel haben, der hat noch nicht alles gesehen.

    MFG

    Torkel

  22. starcook

    Naj ni9cht so mein fall

    vg lydie

  23. Avis

    den letzten Kommentar hab ich nicht verstandenen ….

    Gruß

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