Freiwilligkeit? Hilfsbereitschaft? Kennen wir das heutzutage überhaupt noch? Ich zweifle nach einem Erlebnis mit einer anderen Mutter doch allmählich daran!
Meine Tochter wollte ihrer Tochter etwas ausleihen. Aus freien Stücken, weil ihr grad danach war und weil sie jemand anderem damit eine Freude machen wollte. Alle waren glücklich, niemand fühlte sich benachteiligt. Doch die andere Mutter bestand darauf, dass auch ihre Tochter meiner etwas ausleihen soll. Es ginge doch nicht, dass ihre immer nur nimmt und nicht gibt. Okay, klingt pädagogisch nicht so falsch. Doch weshalb wird einem Kind auf den Wunsch eines Erwachsenen die Möglichkeit genommen, ganz uneigennützig zu handeln?
Die Stimmung sank dadurch beinahe unter den Gefrierpunkt. Die Vorstellung gefiel meinem Prinzesschen natürlich, dass sie ja noch etwas zu gut hat… Darauf wollte sie nun nicht mehr verzichten. Ihre Freundin aber hatte keine Lust, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was sie unserer Tochter ausleihen soll, zumal diese selbst gar nicht wusste, was sie überhaupt will. Ich hätte es lieber gesehen, wenn sie ohne eine Entschädigung zu erwarten einfach etwas ausgeliehen hätte. Doch die andere Mutter wollte sich durchsetzen, also liess ich sie ihren Kampf austragen.
Die ganze Sache endete damit, dass sie ihrer Tochter einredete, was sie auszuleihen hat und was sie wie zu sagen hat… Die Kleine resignierte irgendwann und tat einfach wie ihr geheissen. Von Freiwilligkeit keine Spur.
Ist so was denn normal? Ich persönlich freue mich wirklich ausserordentlich, wenn ein Kind aus eigenem Wunsch heraus jemand anderem einen Gefallen tut. So etwas muss gelobt und gefördert werden! Doch ein Kind dazu zwingen – macht das Sinn? Und was lernen sie daraus? Sei stets berechnend und erwarte eine Gegenleistung – wer freiwillig gibt, ist blöd. Ein aus Dankbarkeit strahlendes Gesicht ist nichts wert.