Entstellte Sprache

Ich habe durch eine Freundin mal wieder etwas Nettes entdeckt: Ein Finanzdienstleistungs-Unternehmen (genauer Wortlaut, der Website entnommen) hat auch eine Lese-Ecke eingerichtet, darin zu finden ist ein Artikel zu den Eigenheiten der Schweiz. Geschmunzelt habe ich schon, möchte aber gar nicht weiter darauf eingehen, lesen könnt ihr ja selbst ;)

Was mich dann aber doch verwundert, ist, dass nur davon die Rede ist, dass der Deutsche keine Schweizer Ausdrücke kopieren soll, weil es einfach komisch klingt. Doch wie ist es denn, wenn Schweizer Hochdeutsch reden?

Das klingt dann doch noch viel schlimmer! So musste sich die Barbara von ihrem Schönheitschirurgen (einem Deutschen) beispielsweise sagen lassen, dass sie aufhören soll, so komisch falsch Hochdeutsch zu reden. Klingt hart, aber so ist es eben! Ich bin da stur. Mit den Deutschen spreche ich so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich verstelle mich nicht und gehe davon aus, dass ich verstanden werde. Okay, ich habe vielleicht nicht so einen extrem urchigen Dialekt, dass selbst Schweizer Mühe hätten, mich zu verstehen. Somit kann ich auch erwarten, dass mich auch ein Deutscher versteht. Ich bin da wirklich stur!

Ich kann mich an ein Interview mit einer deutschen Band erinnern. Die kamen aus Köln und wunderten sich doch, weshalb ich mich nicht auf Hochdeutsch mit ihnen unterhielt. Ich sagte ihnen, dass ich nicht versuchen werde, wie sie zu sprechen, wenn sie es ebenso unterlassen, so zu tun als würden sie Schwiizerdütsch reden. Es funktionierte prima, wir verstanden uns gut. Es musste sich niemand blöd vorkommen, alle waren zufrieden.

An der Uni bemüht sich übrigens selten jemand, wie ein Deutscher zu klingen. Auch in der offiziellen Standardsprache im Unterricht oder in Vorlesungen sind jedem Sprecher seine Eigenarten anzuhören. Unverfälscht, authentisch und überhaupt nicht lächerlich. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel…

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