Das Käsblatt “Bodensee Nachrichten” ist eine wahre Fundgrube für Kritiker. Als ob die Macher der Zeitung nicht schon selbst genug Fehler machen würden, mit Leserbriefen wird die Fehlerquote noch angehoben. Was ich hier gefunden habe, sieht so fehlerhaft und niveaulos aus, dass man schon beinahe vermuten könnte, die Redaktion habe diesen Herrn Lüthi nur erfunden. In diesem Brief geht es um den Leitartikel “Missstände in Rorschacherberg”, der eine Woche zuvor erschienen ist. :

Kann das wirklich sein, dass dieser Herr Lüthi seinen eigenen Schulsack leider nur mit Steinen gefüllt hat? Beginnen wir von vorne. Herr Lüthi sucht vergebens nach einem Chefredaktor. Dabei steht auf der zweitletzten Seite im Impressum, dass dieser Dominique R. Lambert Redaktionsleiter ist. Meiner Meinung nach gibt es keinen Unterschied zwischen dem Chefredaktor und dem Redaktionsleiter.
Im Deutschunterricht muss der Herr Bauingenieur geschlafen haben, als man die Interpunktion durchnahm. Anders kann ich mir die schauderhafte Zeichensetzung nicht erklären. Was er aber wohl mit “und dies im Gegensatz zu Herr Dominique Lambert” gemeint hat? Hat er wohl erwartet, dass Herr Lambert (ein Bild von ihm ist auf der letzten Seite zu sehen) ihn darum beneidet? Ich fürchte nicht. Herr Lambert scheint nicht in absehbarer Zeit pensioniert zu werden und wird uns deshalb noch lange mit seinen kleinen Skandalen unterhalten. Oder glaubt Herr Lüthi, dass er sich als Pensionierter eine solche Schreibweise erlauben darf? Alter schützt ja bekanntlich nichtvor Torheit.
Aber Moment mal – er schreibt im Folgenden auch darüber, dass man die Adresse von Herrn Lambert nicht kennt. Wollte er vielleicht zum Ausdruck bringen, dass er (Herr Lüthi) nicht obdachlos und seine Anschrift kein Geheimnis für die Öffentlichkeit ist? Ja, das ist übrigens wirklich schlimm, dass man nicht weiss, was Herr Lambert verdient. Hätte bestimmt jeden interessiert – das könnte er doch eigentlich in jeden Artikel, den er verfasst, gleich einbauen!
Ja, der Chefredaktor hat es gewagt, einen solchen Bericht abzudrucken – denn leider hat ihn auch derselbe (der Redaktionsleiter) verfasst. Herr Lüthi hat Herrn Lambert verzweifelt gesucht und leider auch nicht gefunden. Aus diesem Grunde hat er ihn gleich umgetauft. Herr Lambert heisst nun Lampert.
Diesen Satz versteh ich jetzt aber nicht: “Es ist müssig auf all die Anschuldigungen einzugehen”. Will er eine Notwendigkeit betonen? Wenn ja, welche? Zumindest weiss er, dass Fehler gemacht werden. Somit seien seine Fehler entschuldigt…
Schreibstyl. Handelt es sich vielleicht noch um eine Althochdeutsche oder Mittelhochdeutsche Form? Oder ist dies nur eine Anlehnung an das Englische?
Das Verlagshaus Zehnder kann übrigens froh sein, dass “der Text als Leserbrief WORTWÖRTLICH abgedruckt” wurde. Denn nur so hat der Herr Lüthi nichts dagegen einzuwenden, dass das Käsblatt gratis an alle Haushaltungen der Region verteilt wird. Andernfalls… Ja, was würde er andernfalls tun?
Am 4. Februar 2007 um 20:28 Uhr
Find’ ich clever, dass die dem Wunsch von diesem Leser nachgekommen sind und den Text wörtlich abgedruckt haben. So weiss jetzt wohl jeder, dass der Herr Lüthi noch schlechter schreibt als alle schlechten Bodensee-Journalisten zusammen.
Am 4. Februar 2007 um 20:59 Uhr
Naja, wenn dieser Herr nicht ausdrücklich darauf bestanden hätte, könnte man das schon beinahe als Verletzung der Persönlichkeit ansehen.