Wer sich immer wieder über das schlechte sprachliche Niveau von “heute” ärgert, der sollte mal einen Blick in die Gratiszeitung unserer Region werfen: Die “Bodensee Nachrichten“. Dort darf man sich nicht nur wöchentlich über Schreib- und Grammatikfehler ärgern, sondern sich auch über einen Schreibstil wundern, der so nicht gedruckt werden sollte. Beim Lesen kriegt man stets das Gefühl, dass ein Primarschüler “Skandale” präsentieren will. Skandalös ist allein, dass sich so jemand Journalist schimpft…
Wie kommt es eigentlich, dass sich bei dieser Zeitung niemand die Mühe macht, die Artikel auf Fehler zu überprüfen? Ist es denn nicht mehr selbstverständlich, dass ein Lektor alles durchliest und Fehler korrigiert? Oder dass zumindest ein anderer Redaktor die Texte gegenliest, weil beim Schreiben Fehler passieren können, dadurch dass die Sätze im Kopf geformt und umformuliert werden. Auf jeder Seite sind Fehler zu finden. Manchmal nur kleine Tippfehler, doch solche Dinge dürfen einfach nicht sein!
Über diese Fehler könnte man ja noch hinwegsehen, wenn die Nachrichten wenigstens aktuell wären. So war in der gestrigen Ausgabe folgende Meldung zu lesen:
Ich weiss nicht, wie es an anderen Orten der Schweiz aussieht, aber hier am Bodensee ist vom Chaos verursachenden Schnee ist hier praktisch nichts mehr zu sehen. Was aber auffällt, ist die Ähnlichkeit mit einer Schlagzeile, die vor einer Woche im “20 Minuten” zu lesen war:
Die Aktualität kann nicht der Grund sein, weshalb die Bodensee Nachrichten eine solche Meldung druckte. Somit liegt die Vermutung doch nahe, dass sich der Verfasser allzu sehr von einer “veralteten” Schlagzeile einer anderen Zeitung hat inspirieren lassen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es nicht nur eine Anregung, sondern ein reges Kopieren war, das zu dieser Meldung geführt hat.
Am 3. Februar 2007 um 00:54 Uhr
[...] Nun die Woche war eigentlich ziemlich ruhig im Vergleich zur Letzten. Der Schnee ist ja schon wieder komplett weggeschmolzen, obwohl ein bestimmtes Käseblatt gerade heute Schlagzeilen präsentierte, als würden wir die schlimmsten Winterstürme erleben. Tja, das scheint wohl das traurige Schicksal von solch wöchentlich erscheinenden Publikationen zu sein. Obwohl im vorliegenden Fall ja eher von Glück gesprochen werden sollte wenn so traurig getextete Blätter nicht jeden Tag im Briefkasten liegen. [...]