Handlungsnot beim Sex?

Der bloggende chm schreibt von einem “Handlungsbedarf”, weil offenbar viele Menschen mehr Sex haben wollen und das Ergebnis seiner Umfrage bei uns und bei monsieur croche thematisiert wurde. Doch wie genau sieht der Bedarf denn aus? Immerhin geht es um Sex, und nicht um die globale Klimaerwärmung.

Sollte man denn eine Interessensgruppe mit dem Ziel “Mehr Sex” gründen? Was könnte eine solche Gruppe wohl bewirken? Würde sich eine solche nicht zu einer inzüchtigen Gesellschaft entwickeln? So dass die Mitglieder sich jederzeit an einem anderen Mitglied bedienen könnten und man so letztlich zu mehr Sex kommt?
Oder sollte man Singlebörsen, Paarvermittlungsagenturen etc. staatlich fördern, damit es eben nicht immer mehr Singles gibt? Oder liegt das Problem womöglich bei den Paaren, die so monogam leben und dadurch das Gefühl vermitteln, Sex ohne Liebe sei verwerflich? Müssten Paare ihre sexwilligen Partner “freigeben”, damit andere auch etwas von ihnen haben?

Oder müsste man “Sex” anders definieren? Soll als Sex nicht nur ein Flüssigkeitsaustausch gelten sondern auch schon Rumfummeln und Masturbieren, so dass die Zahlen einfach schöner aussehen und wer nach mehr Sex ruft, schon viel schneller zufrieden sein könnte? Ich glaube, die Zahlen, wer wie oft Sex hat, würden drastisch steigen!
Oder liegt es letztendlich doch bei der Frau, dass die Menschen allgemein zu wenig Sex haben? Müssen Frauen freizügiger werden? Es sind doch wohl stets die Frauen, die keine Lust haben, Frauen, die nur kuscheln wollen (Okay, Frau N ist wohl eine Ausnahme) und Frauen, die oft zu müde sind. Und es ist wohl auch kein Zufall, dass mich der chm für einen Mann hielt, bloss weil ich offen gestehe, dass ich nie genug kriegen kann. Sollten Frauen ihre Pflichten endlich ernster nehmen? Und liege ich so falsch, dass eine äusserst wichtige Pflicht der Frau darin besteht, Männer zu beglücken? Sind Frauen ihrer Verantwortung für die Männer zu wenig bewusst?

Wo aber würde das ganze enden? Werden Männer glücklicher, wenn die Frauen sie aus Mitleid beglücken? Werden die Männer nicht trotz traumhaften Höhepunkten in ihrem Stolz verletzt? Oder könnte sich die ganze Sache so entwickeln, dass Frauen merken, dass die schönste Nebensache der Welt eben nicht nur eine Nebensache, sondern essentiell ist?

8 Reaktionen zu “Handlungsnot beim Sex?”

  1. chm

    Ja.
    Ja.
    Ja.

    Ich kann die meisten aufgeworfenen Fragen in deinem Text mit einem klaren Ja beantworten. Wie ich bereits hier ausgeführt habe, habe ich für mich herausgefunden, dass Sex etwas essentielles für mich ist. Und dass ich nicht bereit bin, darauf zu verzichten oder mich diesbezüglich einschränken zu lassen.
    Tja, was soll man dagegen unternehmen? Ich glaube, dass etwas vom wichtigsten ist, dass man offen darüber spricht. Offen seine Wünsche und Bedürfnisse kommuniziert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man so viel leichter auch ein Gegenüber findet, das dies genauso sieht. Salt n’ Pepper haben es vorgemacht: “Let’s talk about Sex!”

    Mit einem Punkt bin ich aber nicht ganz einverstanden: Ich sehe es keinesfalls als die Pflicht einer Frau an, den Mann zu befriedigen. Pflicht hat den Touch von Zwang und Müssen und das sollte beim Sex eigentlich nichts zu suchen haben. Zumindest nicht bei dem Sex, den ich mag.

  2. dLay

    Ist denn im Wunsch nach mehr Sex tatsächlich auch der Wunsch nach GUTEM Sex impliziert? Und ist es nicht eine Illussion / ein Wunschdenken des Mannes, dass zu jeder Zeit bei beiden “Beteiligten” eine Freiwilligkeit vorliegt? Was ist verwerflich daran, wenn eine Frau aus tief empfundener Liebe ihren Mann befriedigt und auf diese Weise sich selbst beglücken kann? Kann es denn nicht sein, dass sie mit der Überwindung des ewig ablehnenden Ichs ihre eigene Lust (wieder)entdeckt?

  3. chm

    Vielleicht ist es ein Wunschdenken, aber ich hoffe, dass bei meinem jeweiligen Gegenüber/Gegenunter eine Freiwilligkeit vorliegt.
    Nichts ist verwerflich daran, wenn eine Frau aus tief empfundener Liebe ihren Mann befriedigt und auf diese Weise sich selbst beglücken kann. Gar nichts. Aber wenn sie sich dazu genötigt fühlt, stimmt eben was nicht. Genausowenig wie der Mann immer betteln sollte, sollte sich die Frau nicht immer überwinden müssen. Irgendwie sollte das einfach selbstverständlich sein.

    Nicht falsch verstehen: Ich plädiere nicht für Sex immer und überall. Man kann durchaus auch mal Nein sagen. Nur sollte das Nein nicht zur Gewohnheit und das Ja zur Ausnahme werden.

    Der Wunsch nach mehr Sex implizert für mich auch den Wunsch nach mehr gutem Sex. Denn in der Masse findet sich leichter (und öfter) was gutes als beim Quartalsex.

  4. dLay

    Interessanter Wortschatzt: Gegenunter und Quartalsex :) muss ich mir merken…

    Ist es aber nicht die Realität, dass bei der Durchschnittsfrau immer etwas Überwindung braucht und dass der Durchschnittsmann gerne Beständigkeit zeigt?

    Du bist also für Massensex, um eine bessere Qualität zu erhalten?

  5. chm

    Tut mir leid, aber ich kenne die Realität der Durchschnittsfrau nicht. Soooo gut kann ich mich dann doch nicht ins andere Geschlecht hineinfühlen.
    *Frauenversteher*

    Massensex = bessere Qualität? Jein, das ist missverständlich. Ich denke einfach, dass wenn mannundfrau 100 mal pro Jahr Sex hat öfters zu besserer Qualität kommt als wenn es nur 4 mal pro Jahr sind. Dreimal schlechter Sex hintereinander ist im ersten Fall nicht so tragisch, im zweiten Fall schon eher.

  6. monsieur croche » » Wenig Sex - Schlimm?!

    [...] In einem älteren Post gab ich mich der Interpretation einer Umfrage bei bloggin’ chm hin. Mein nicht ganz ernsthaftes Resumée war, dass in der Schweiz zu wenig gefickt wird (siehe Umfrage bei bloggin’ chm). DLay sinnierte daraufhin in einem (auch nicht ganz ernst gemeinten) Post über Lösungsansätze, um diesen überaus gravierenden Sexmangel zu beheben. [...]

  7. dLay

    @monsieur croche: könntest du mir deinen beitrag oder die zitate darin kurz zusammenfassen und die wichtigsten punkte mitteilen? war mir zum lesen zu lang, aber danke fürs verlinken ;)

  8. doris

    Ich finde den Aufbau der Seite sehr gut. Macht weiter so.

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