Gibt es den pränatalen Nestbautrieb auch vor einer Prüfung? Ich denke ja. Ich habe vorhin die Unterlagen des letzten Semester geordnet und verräumt, was ich in den Semesterferien nicht mehr brauchen werde. Auch habe ich auf unserem ständig vollen Tisch etwas Ordnung gemacht, so dass ich morgen nur noch alles Mittelalterliche verräumen muss. Ein richtiger Nestbautrieb eben.
Mir ist wohl soeben bewusst geworden, dass ich mit dem morgigen Tag schon wieder ein weiteres Semester an der Uni hinter mich gebracht habe. Wow! Wie die Zeit vergeht… Die 14 Wochen, in denen Vorlesungen stattfinden, vergehen wirklich schnell, selbst wenn diese Zeit sehr arbeitsintensiv ist. Rückblickend stellt man dann doch fest, dass man tatsächlich in dieser Zeit auch etwas gelernt hat! Okay, ob alles sattelfest ist, wird sich erst morgen mit der Prüfung zeigen. Aber etwas von den Prosemis profitiert habe ich bestimmt. Ich hatte Glück mit den gewählten Dozenten, die nicht nur fachlich, sondern auch didaktisch wirklich kompetent waren. So möge es doch immer sein…
Und wenn ich irgendwann das Gefühl habe, dass ich wirklich absolut rein gar nichts gelernt habe oder dass ich längste wieder alles vergessen habe, so wird mir eines bestimmt bleiben: In jedem Semester entstehen neue Freundschaften. Zum Teil nur oberflächliche Bekanntschaften, doch bei einigen stimmt die Chemie dermassen, dass man wirklich von einer Freundschaft sprechen kann. Es sind Leidensgenossen, und wie eine Dozentin vor kurzem sagte (wegen dem asozialen Schweiger): Man kann nie wissen, ob man nicht eines Tages auf die ehemaligen Leidensgenossen angewiesen sein wird. So sind sie nicht nur Mitleidende, mit denen man über andere lästern kann, sie sind auch gute Gegenleser, Kritiker, Korrigierer und sorgen immer wieder für Unterhaltung. Hin und wieder glaubt man auch, sich an manchen Personen satt gesehen zu haben, und so kann man sich am Ende eines Semesters damit trösten, dass man mindestens für die nächsten paar Wochen getrennte Wege gehen kann…