Nach dem Kindergarten durfte unsere Tochter noch etwas mit ihrem Gspänli spielen. Sie beschlossen, gemeinsam Bügelperlen-Bilder zu machen, was zur Zeit ohnehin total in ist… Um viertel nach Zwölf suche ich sie, um sie nach Hause zu befördern, leicht verärgert, weil ich ihr gesagt habe, dass sie um Zwölf nach Hause kommen soll. Als ich beim Nachbarn (dem Kuschelbären…) vor der Türe stehe, ist der Ärger aber rasch verflogen: Sein Sohnemann hat sich so eine Bügelperle in die Nase gesteckt und danach durch intensives In-der-Nase-bohren die Perle nicht herausbekommen, sondern sie noch weiter reingeschoben…
Die Worte sprudeln aus unserer Tochter nur so raus, und so vergeht mir auch die Lust nach einer Schimpftirade. Auch verspüre ich Mitleid mit dem Nachbarn, weil bei ihm die letzten fünfzehn Minuten offenbar etwas hektisch waren – Milch lief über, der grosse Sohn experimentiert herum und der kleinere Sohn jammert, weil das Mittagessen noch nicht auf dem Tisch steht…
Der experimentierfreudige Forscher versteckt sich aber in der Küche, weil er mich nicht sehen will. Offenbar ist es ihm peinlich. Aber wohl nicht, dass er ein solches Experiment durchgeführt hat, sondern eher, weil es nicht so verlief, wie er sich vorgestellt hatte. Später an diesem Tag traf ich ihn wieder, und er erzählte mir leicht verschmitzt, dass er zum Dökti musste, um die Perle rauszukriegen. Ob er tatsächlich etwas daraus gelernt hat? Oder was folgt wohl als nächstes?