Leinentheorie bei Männern

Vorgeschichte: Es ist Mittwochabend, und mein Liebster kommt nach Hause. Wir beiden Frauen der Familie stürzen uns auf ihn, begrüssen ihn freudestrahlend, wollen ihm in einem Satz den ganzen Tag schildern und gleichzeitig knuddeln und wuddeln. Seine Reaktion: Ein garstiges “Lasst-mich-doch-erst-mal-verschnaufen-und-mich-abreagieren”.

Nachspiel: Heute abend die beinahe gleiche Szene. Aber mit vertauschten Rollen. Ich füttere meine Lernkartei mit neuen Schwedisch-Wörtern, und unsere Tochter schaut seit langem wieder einmal Pingu. Er begrüsst uns freudestrahlend, doch für uns ist er heute nur eine Nebensache. Das Erstaunliche dabei: Er sucht die Nähe, würde mich seinerseits am liebsten knuddeln und wuddeln und nicht mehr loslassen. Mir wird es zu viel, was aber dazu führt, dass er noch anhänglicher wird. Da soll mal einer die Männer verstehen! Lässt frau ihm die Leine etwas länger, so kann er es kaum erwarten, zum Frauchen zurückzukommen.

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