Irrfahrt mit Postauto

Im St.Galler Tagblatt war am Dienstag folgende Meldung zu lesen:

Goldach. Ab Morgen Mittwoch 11. Juli, 5 Uhr bis Donnerstag, 12. Juli, 5.45 Uhr werden an der Untereggerstrasse in Goldach Belagsarbeiten durchgeführt. Durch die Umleitung und den eingeschränkten Verkehrsfluss muss bei den Postautos mit Verspätungen und Anschlussbrüchen gerechnet werden. Bei schlechter Witterung Verschiebung auf den nächsten trockenen Tag.

Bei der Linie 242 Goldach–Untereggen–St. Gallen gibt es normalen Kursbetrieb ab Rorschach nach Goldach. Ab Goldach Post fahren die Postautos via Hauptstrasse direkt zur Haltestelle Unterschachen. Zwischen Unterschachen und St. Gallen werden sämtliche Haltestellen bedient.

Die Haltestellen ab Goldach Sonnental bis Unterschachen werden von einem Shuttlebus bedient. Für die Weiterfahrt nach St. Gallen muss in Unterschachen umgestiegen werden. Für die Strecke ab Goldach, Sonnental bis Goldach Post bestehen keine Fahrgelegenheiten. Die Haltestelle Untereggerstrasse kann nicht bedient werden. «PostAuto» ist stets bestrebt, die Anschlüsse so gut wie möglich sicherzustellen und bittet die Fahrgäste um Verständnis. (pd)

Am Mittwoch wars regnerisch, klar also, dass die Arbeiten auf den nächsten trockenen Tag (also Donnerstag) verschoben werden mussten. Nicht so klar war dies für den Postauto-Chauffeur, der uns am Donnerstagnachmittag nach St.Gallen bringen sollte. Als er die Umleitung sah, fuhr er wie in der Meldung verkündet der Hauptstrasse entlang Richtung St.Gallen. Bei der Haltestelle Neudorf aber wurde er doch etwas nervös, als der versprochene Shuttlebus nicht mit den Fahrgästen zwischen Baustelle und Neudorf kam.

Er versuchte, über Funk den Fahrer des Shuttlebusses zu erreichen – ohne Erfolg. Ein anderer Kollege rief ihn auf dem Handy an – er könne da lange warten, hätte er doch die normale Strecke fahren müssen – Umleitung hin oder her. Der Kollege maulte noch etwas, weil nun an den Unteregger Haltestellen Leute vergebens aufs Poschti warten. Unser Chauffeur reagierte etwas trotzig – das könne nun mal passieren. Doch die Sorge um die Fahrgäste war grösser, so dass er wieder zurückfuhr – mit uns beiden. Er fragte uns noch, ob wirs eilig hätten, doch mich amüsierte das Ganze zu sehr. Aus diesem Grunde schlug ich ihm auch nicht vor, uns aussteigen zu lassen, damit wir mit dem Stadtbus weiterfahren könnten. Unterwegs liess er noch das Posthorn erklingen – zur riesigen Freude unserer Tochter…

Bei der ersten Haltestelle nach der Strassensperre stiegen dann aber die wartenden Passagiere in ein Ersatz-Postauto, so dass unser Chauffeur ganz umsonst zurückgefahren war… Hintereinander fuhren die beiden gelben Fahrzeuge in Richtung Stadt, bis ihnen auf halbem Weg klar wurde, dass die Mitfahrenden des vorderen Wagens ja umsteigen könnten… Aber nur 10 Minuten (!) verspätet trafen wir schliesslich in St.Gallen ein…

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