Wozu kändisjournalistik?

In der Schwedischstunde haben wir darüber gesprochen, was wir eigentlich vom Promi-Journalismus (schwedisch: kändisjournalistik) halten. Weshalb braucht das unsere Gesellschaft? Weshalb ist überall zu lesen, dass Britney Spears eine schlechte Mutter ist oder dass sich Jessica Biel von einer Freundin an den Po grabschen lässt? Wer liest so etwas? Wer interessiert sich dafür? Wer liest das und betrachtet das nennens- und merkenswert? Oder sind dies wirklich nur Eintagsfliegen und Britney wird nicht automatisch mit “schlechte Mutter” und Jessica mit “lesbisch” konnotiert?

Ich muss gestehen – ich lese diese Meldungen mit einer Mischung aus Gleichgültigkeit und Interesse. Warum? Es ist entspannend. Die Sorgen der Sternlein sind manchmal wirklich lachhaft oder so dramatisch, dass man sein eigenes Leben eben lieben lernt.

Aber ist es nicht etwas daneben? Dass wir Lebensmut auf Kosten der VIPs schöpfen? Dass wir uns für solche Halbwahrheiten interessieren, sie für wahr halten und uns Urteile über Menschen machen, die wir gar nicht persönlich kennen und uns gar nicht selbst ein Bild über sie machen können? Von echter Anteilnahme kann schliesslich nicht die Rede sein. Ist es Schadenfreude?

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