Unsere Tochter hat ihre Freundin zum Spielen eingeladen. Sie spielen wieder einmal Müetterlis. Nichts besonderes? Doch, schon, denn der Konjunktiv ist fester Bestandteil des Spiels:
“Du wärsch doch nur zum Spiele mis Kind und hettisch no e Schwöschterli. Und denn hettisch doch wöle Barbie spiele, aber da muesch jo nöd froge. Und jetzt wärsch doch krank und würsch mit dinere Puppe im Bett ligge. Und du hettisch Kopfweh, oder? Jo, da machemer! Und denn hetti dir doch no müese Fieber messä und du hettisch nur zum Spiele Fieber und muesch zum Doktor! Und denn wäremer wieder hei is Bett und du hettisch denn unbedingt mini Decki wöle ha, isch guet?”.
Interessant, dass die Erzählphrasen im Konjunktiv “stehen”. Die direkten Reden zwischen Mutter und Kind jedoch nicht. Für die beiden Girls scheint es sehr wichtig zu sein, die Realität von der eigenen Spielwelt zu unterscheiden. Dafür wird konsequent der Konjunktiv verwendet und Sätze wie “weisch, nur zum Spielä!” sind zwingend für das Verständnis. Der Sprachgebrauch im Kinderzimmer – ein interessantes Gebiet.
Am 6. November 2007 um 17:52 Uhr
*seufz…wenigstens “müetterlet” sie, meine 3 jungs tun sowas nie
Am 6. November 2007 um 19:42 Uhr
hm… vielleicht ändert sich das, wenn sie mit einem mädel spielen, in das sie auch noch verliebt sind? das wirkt manchmal wunder
das schätzli von unserer tochter ist ein richtiger junge, an militär, indianer und so weiter interessiert. aber mit unserer kleinen spielt er auch mal müetterlis und väterlis…
Am 7. November 2007 um 07:10 Uhr
also mein grosser findet mädchen doof, der mittlere gamt lieber am pc und der kleine (kindergarten) spielt sehr oft mit mädchen, aber da ist er der herr(der ringe oder so) und die haben gefälligst zu tun was er will:-)
nix mit müetterle!
Am 8. November 2007 um 23:11 Uhr
oje, vor der “jungs-sind-doof” und “mädels-sind-doof” phase grauts mir jetzt schon… aber zum glück kommt jede/r früher oder später doch noch auf den geschmack des anderen geschlechts…