Schlüsselmarke: Gefundenes Fressen

Es ist halb 11 Uhr morgens und es klingelt an der Türe. Herr M. reicht mir die Hand und will mir (und anderen Bewohnern des Quartiers) ein Angebot unterbreiten. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post bietet er mir einen Schlüsselanhänger an, eine Schlüsselfund-Marke, so dass ich den Schlüssel bei Verlust wieder zurückbekomme. Das Besondere dabei sei, dass der Schlüssel bei jeder Poststelle und sogar bei jedem Postbriefkasten abgegeben oder eingeworfen werden kann. Dank der Zusammenarbeit mit der Post natürlich. Ich schicke ihn freundlich aber bestimmt fort mit den Worten, dass ich weder Zeit noch Interesse hätte. Er erkundigt sich noch rasch über unsere Nachbarn unter uns, ob sie wohl zu Hause wären, was ich mit einem entnervten “Das kann ich Ihnen nun wirklich nicht sagen” beantworte.

Eine Stunde später kommt mir das Ganze etwas seltsam vor.Also rufe ich beim Kundendienst der Post an und man teilt mir mit, dass es keine solche Zusammenarbeit mit einem Hausierer gäbe. Die Post bietet zwar eine solche Schlüsselmarke an von der Firma Keyfinder, aber andere Arten von Zusammenarbeit bestehen nicht. Man gesteht mir sogar, dass solche Schlüsselmarken im Grunde gar nicht notwendig sind, denn verlorene Schlüssel von Sicherheitsschlössern werden dem Hersteller (beispielsweise KABA) zugestellt und dieser kann anhand des Codes auf dem Schlüssel den Besitzer identifizieren und somit den Schlüssel retournieren. Eigentlich sollte man mir das aber nicht sagen, denn sie verkaufen schliesslich diese Dinger an jedem Postschalter. Kein Problem, das behalte ich selbstredend für mich… Man rät mir aber zu einer Meldung bei der Polizei, schliesslich sei dies Betrug. Der nette Herr fürchtet sogar um meine Sicherheit. Und diese Vorkommnisse scheinen sich zu häufen.

Eine Nachbarin erzählt mir, dass sie die 80 Franken pro Marke schon bar bezahlt hat. Eine andere Nachbarin zeigt mir den Einzahlungsschein und den Flyer, den ihr Herr M. da gelassen hat. Da merke ich, dass Herr M. bei einer dritten Nachbarin ist und ihr eine Marke verkaufen will. Ich spreche ihn darauf an, ob seine Firma wirklich mit der Post zusammenarbeite. Er bestätigt diese Aussage nochmals, behauptet sogar etwas von einem Vertrag. Ich gestehe, dass ich bei der Post angerufen habe und man dort nichts von einer Zusammenarbeit oder einem Vertrag wissen will. Er versucht sich herauszureden, natürlich gäbe es keinen Vertrag, sie seien eine eigenständige Firma. Da aber auch seine potenzielle Kundin bestätigt, dass er doch selbst gesagt hat, es gäbe einen Vertrag, zeigt er mir ein gelbes Blatt Papier, ein sogenannter Vertrag aus dem Jahre 1983. Ich verlange eine Kopie davon. In diesem Schreiben wird bestätigt, dass die Post gefundene Schlüssel mit Anhänger an die betroffene Firma befördert. Damit verbunden sind aber Taxen, in diesem Sinne das Porto von unfrankierten Sendungen (mit einem Zuschlag). Dies bedeutet aber keine Zusammenarbeit im engeren Sinne. Zu einem weiteren Vertragsabschluss in unserem Quartier kommt es somit nicht, da das Misstrauen nun mal gesät wurde.

Ich informiere mich weiter, die Firma existiert tatsächlich und bei der Zentrale will man auch Herrn M. als freien Verkäufer kennen. Ausserdem werde ich bei ktipp.ch fündig. Das Konsumentenmagazin hat vor drei Jahren verschiedene Anbieter von Schlüsselfundmarken getestet, und der Arbeitgeber von Herrn M.  schneidet nicht gerade gut ab. Von 11 gesteteten Firmen erhält Herrn M.’s Firma die zweitschlechteste Bewerttung. Auch der Preis von 10 Franken pro Jahr spricht nicht gerade für diesen Service, andere Anbieter sind wesentlich günstiger und sogar zuverlässiger. Auch was die Vertrauenswürdigkeit betrifft hat die Firma von Herrn M. meiner Meinung nach eine ungenügende Note verdient, wenn ihre Verkäufer mit Falschaussagen zu einem Vertragsabschluss kommen wollen. Meine Nachbarn werden jedenfalls vom Vertrag zurücktreten und wenn überhaupt dann die Dienste von seriösen, günstigen und zuverlässigen Anbietern annehmen. Ich bin nun einmal der Meinung, dass ein seriöses Angebot nicht zwischen Tür und Angel verkauft wird. Schliesslich soll der Kunde Gelegenheit haben, das Angebot zu prüfen und zu vergleichen. Auf die Schnelle etwas unterschreiben und sogar noch bar bezahlen, da läuten bei mir alle Alarmglocken!

Doch am Ende muss der “Verlierer” auf die Ehrlichkeit (oder Hilfsbereitschaft) des Finders hoffen, eine Schlüsselmarke ist noch lange keine Garantie dafür, dass der Schlüssel auch wieder zurückkommt. Aussagen wie “Erfolgsquote über 95%” (siehe BIK AG) sollten nur mit Vorsicht genossen werden. Dass 19 von 20 gefundene Schlüsselbunde abgegeben werden, betrachte ich als äusserst naiv. Wenn aber nur 19 von 20 an die Fundstelle retournierte Schlüsselbunde auch wieder beim Besitzer ankommen, ist der Service hingegen nicht unbedingt vertrauenswürdig…

Eine Reaktion zu “Schlüsselmarke: Gefundenes Fressen”

  1. 3zvonka

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